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30.08.2014 - 3. Jahrgang



Fümmelse: 140 Jahre Freiwillige Feuerwehr – Rückschau bis ins Jahr 1837

20. Mai 2012  •  Autor:  •  Kategorien: Bildung & Gesellschaft, Termine

FFF Gruppenbild
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Detlev Gliese

Die Freiwillige Feuerwehr Fümmelse wird 140 Jahre alt und das wird gefeiert. Der Auftaktgottesdienst mit Pastor Granse und den Swinging Voices fand am 28. April in der Fümmelser Kirche statt (WolfenbüttelHeute.de berichtete). Gefeiert wird vom 1. bis zum 3. Juni in der Festscheune bei der Lebenshilfe. “Wir haben heute die erfreuliche Pflicht, Rückschau auf 140 Jahre Freiwillige Feuerwehr Fümmelse zu halten”, meinen Ortsbrandmeister Detlev Gliese und sein Stellvertreter Carsten Werner. “140 Jahre das ist schon eine Zeitspanne, die sich anbietet, einmal in Ruhe zu überdenken, welche Auswirkungen auf die dörfliche Gemeinschaft der Entschluss einiger Männer im Jahre 1872 hatte, seine Mitbürger vor Schaden zu bewahren.”

Das große Fest zum 140jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Fümmelse vom 1. bis 3. Juni naht und die Kameraden haben Freitagabend damit begonnen, die Festscheune an der Lebenshilfe vorzubereiten. Einzel- und Dauerkarten für das dreitägige Spektakel sind noch bei Marcs Markt an der Fümmelser Straße erhältlich. Das eine solches Festwochenende nicht nur mit viel Arbeit, sondern auch mit vielen Kosten verbunden ist, berichten der Ortsbrandmeister Detlev Gliese (rechts) und sein Stellvertreter Carsten Werner (links). Nur gut, dass schon jetzt die ersten Gratulanten kommen und Geschenke mitbringen: Marc Angerstein überreichte einen Spendenscheck über 250 Euro und wünschte der Feuerwehr gutes Gelingen.

Gab es vorher keine Bekämpfung von Wasser, Feuer und sonstigen Katastrophen? Doch natürlich. Dieses können wir in einer Aufzählung der Feuerlöschgerätschaften im Herzoglichen Amte Wolfenbüttel von 1837 feststellen. Damals gab es in Fümmelse eine Handspritze, 4 Wassertubben und 10 Feuereimer bei der Spritze. Jeder wohlhabende Bürger besaß einen ledernen Feuereimer. Wasserbehälter gab es in den Gärten der Ackerleute Heinrich und Christoph Eggeling und bei Schwanecke. Ein Teich und der Brückenbach standen außerdem als Löschwasserquellen zur Verfügung. Die damalige Brandbekämpfung war sozusagen Nachbarschaftshilfe. Damals entschlossen sich einige Männer, etwas zu verändern. Sie resignierten nicht, sondern versuchten mit aller Energie Feuerschäden aktiver und wirkungsvoller zu bekämpfen.

Die Namen der Gründer sind überliefert worden, die sich am 18. Februar 1872 zusammenfanden und die Freiwillige Feuerwehr Fümmelse gründeten: Wilhelm Eggeling, Heinrich Abel, Heinrich Lütge, Hermann Harms, Karl Richey, Ernst Bötel, Heinrich Hanne 1, Max Knackstedt und Heinrich Haberlah.

Die ersten Brandmeister waren Christel Helms (1872 – 1876), Wilhelm Eggeling (1876- 1901), Otto Helms (1901-1936), Walter Reupke (1936 – 1962, schwierigste Zeitspanne), Richard Ackmann (1962- 1974), Kurt Wolter (1974-1980), Armin Pape (1980-1998), Detlev Gliese (1998 bis zum heutigen Tag).

Zurück in das Jahr 1872, in dem von der Gemeinde ein Feuerwehrgerätehaus mit Schlauchturm errichtet wurde. Außerdem wurde eine Druckspritze ohne Saugwerk angeschafft. Die Füllung der Spritze erfolgte durch die Wehrmänner und den Angehörigen der Pflicht-feuerwehr, die im Ernstfall eingesetzt wurden.

Im Jahre 1874 hat die Wehr bereits 40 aktive Mitglieder bei einer Einwohnerzahl von 550. 1883 bekam die Wehr eine neue Handdruckspritze mit Saugwerk. Im Jahre 1939 wurde die erste Tragkraftspritze Magirus TS8 mit einem zweirädrigen Anhänger beschafft, ihr folgte im Jahre 1958 eine VW TS8, die im gleichen Anhänger transportiert wurde. Das Jahr 1966 bescherte der Wehr nun ein Löschfahrzeug (Ford Transit TSF) mit einer transportablen TS 8. 1983 wurde dieses Fahrzeug von einem VW  LT 31 ersetzt, der im Jahre 2004 außer Dienst gestellt wurde. Danach bekam der Ortsteil ein Löschgruppenfahrzeug LF 8, dass bei der Schließung der Schering Feuerwehr an die Stadt Wolfenbüttel übereignet wurde. In diesem Jahr wir dieses Fahrzeug 30 Jahre alt.

Zur Festigung der Kameradschaft gibt es seit dem Jahr 1900 Bezirksübungen mit Halchter und Groß Stöckheim. Seit der Eingemeindung im Jahre 1972, gehören die Freiwillige Feuerwehr Adersheim und seit 1974 die Ortsfeuerwehr Leinde zum gleichen Löschbezirk. Eine lieb gewonnene Tradition sind der seit 1920 stattfindende Waldspaziergang zu Himmelfahrt zur Köte in den Fümmelser Wald, mit einem dort stattfindenden Frühstück und der alljährliche Lampionumzug durch den Ort, mit Kindern aus Kindergarten und Schule.

Im Verlauf des Krieges erlebten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Fümmelse ihre härteste Bewährungsprobe mit fast täglichen Bombenangriffen auf die nähere Umgebung. Nach Einsätzen in Wolfenbüttel und Braunschweig wurde die Wehr sogar nach Hannover geordert.

1985 wurde der Anbau an das Gerätehaus in der Unteren Dorfstraße durchgeführt. 1992 wurde die Jugendfeuerwehr Fümmelse gegründet. Die ersten Jugendwarte waren Stefan Hanne und Jan-Gerd Homeister. 1994 fand der erste Paddelwettbewerb auf dem Fümmelsee statt.

Im Jahre 2000 wurden die ersten Förderer aufgenommen. 2001 Beantragung und Feinplanung des neuen Feuerwehrgerätehauses, dann 2004 Neubezug des Feuerwehrhauses in der Oberen Dorfstraße.

Im Jahre 2004 wird der Ortsfeuerwehr eine neue Aufgabe übertragen, die Spür- und Mess Staffel (Kreisfeuerwehr Landkreis Wolfenbüttel). Staffelführer Thorsten Kahl, stv. Staffelführer Mario Nitsch.

Am 11.11.2011 um 17:11 Gründung der 3. Kinderfeuerwehr der Stadt Wolfenbüttel in Fümmelse.

Mitgliederzahl, Stand heute:

15 Kids in der Jugendfeuerwehr (10–18) Dirk Stober Jugendwart, Laura Emonds stv. Jugendwart.

20 Kids  in der Kinderfeuerwehr (6-12) Jens Gossmann Kinderfeuerwehrwart, Iris Kendzia Betreuerin.

Aktive Wehr 38 Aktive Kameraden (Gruppenfüher Mario Nitsch, stv. Gruppenführer Thorsten Kahl).

Altersabteilung 20 Kameraden (Altersabteilungswart Jan-Gerd Homeister).

Fördernde Mitglieder 38 Kameraden.

 

Das Durchschnittalter ist als normal anzusehen, der Ausbildungsstand ist gut und die Ausrüstung ist als ausreichend anzusehen. Obwohl immer noch Wünsche offen bleiben, wenn man der technischen Entwicklung auf den Fersen bleiben will.

 

 

 

 






Auch das noch: Karl-Heinz Kluschke twittert